Literatur-Konzert mit Johanna Krumstroh (Rezitation) & Anke Helfrich (Klavier) zur deutschen Veröffentlichung des Buchs "Zweiter Atem" von Maurice Blik.
UPDATE: AUFGRUND HOHER NACHFRAGE VERLEGT IN DAS SCHLOSSTHEATER CELLE.
Maurice Blik: “Zweiter Atem”
Maurice Blik ist sechs Jahre alt, als er zwei Jahre nach der Verhaftung der jüdischen Familie in Amsterdam nach einer schrecklichen Odysee und zuletzt anderthalb Jahren im Konzentrationslager Bergen-Belsen zusammen mit seiner britischen Mutter und seiner achtjährigen Schwester im „Verlorenen Zug“ sitzt, in dem die Nazis jüdische „Austausch“-Häftlinge aus Bergen-Belsen nach Theresienstadt schicken wollte. In Tröbitz bei Berlin werden die Insassen von russischen Kosaken befreit.
Wegen der britischen Staatsangehörigkeit der Mutter wird der Familie im Sommer 1945 die Einreise nach England erlaubt, wo Maurice seine Jugend und seine Studienzeit verbringt und schließlich zum gefeierten Bildhauer wird. Erst spät in seinem Leben erinnert sich Maurice wieder an die schrecklichen Erlebnisse in seiner frühen Kindheit und muss deren immensen Einfluss auf sein künstlerisches Werk erkennen – und akzeptieren.
Nach der Mitwirkung in einer Reihe von Dokumentarfilmen zu seinem Leben in den 2000-er und 2010-er Jahren veröffentlicht er schließlich im Jahre 2022 seine künstlerische Überlebensgeschichte „The Art of Survival“, in dem er diese Verknüpfung von Leben und Kunst auf ergreifende und sinnliche Weise aufzeigt.
Nach seinem Besuch im April 2025 zu den Jubiläumsfeierlichkeiten zum 80. Jahrestag der Befreiung in Bergen-Belsen entschied sich Maurice Blik, eine deutsche Übersetzung seines Buches herauszugeben – als Anregung und Ermahnung für die kommenden Generationen im Täterland.
Über das Literaturkonzert
Johanna Krumstroh (Rezitation) und Anke Helfrich (Klavier) führen an diesem Abend durch die Publikation, die kürzlich auf Deutsch erschienen ist.
Johanna Krumstroh hat Literatur-Konzerte zu ihrem künstlerischen Mittelpunkt gemacht. Sie versteht es, ihr Publikum durch einen geschickten dramaturgischen Aufbau ihrer Programme - aufs Engste verwoben mit Musik - und durch ihre ausdrucksstarke Interpretation vollkommen in den Bann der Geschichte zu ziehen und immer wieder aufs Neue zu berühren, herauszufordern und zu begeistern.
Die vielfach ausgezeichnete Pianistin Anke Helfrich wuchs in Deutschland und Namibia auf und gehört zu den herausragenden Jazzmusikerinnen in Europa. Ihr Stil vereint amerikanische Jazztradition mit europäischen Einflüssen, Blues mit Klangsinnlichkeit. Sie verschmilzt Musik und Haltung zu hochinteressanten Projekten, wie auf ihrem aktuellen Album „We'll Rise“, das für den "Deutschen Jazzpreis 2024" in der Kategorie „Album des Jahres“ nominiert wurde. 2016 erhielt Helfrich den "ECHO Jazz" und wurde im Jahr darauf vom "Hessischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst“ ausgezeichnet. Sie hat fünf hochgelobte Alben unter ihrem Namen herausgebracht. Eine ihrer Kompositionen wurde in das Buch „New Standards by Women Composers“ aufgenommen, das die Amerikanerin Terri Lyne Carrington 2022 herausgegeben hat. Im letzten Jahr tourte Helfrich mit ihrem Trio in Deutschland, im Baltikum, in Kanada und Japan.
Tickets sind über das Schlosstheater Celle erhältlich.