Gedenkstättenpädagogik steht vor einer doppelten Anforderung: Sie soll ideologiekritisch arbeiten — Antisemitismus (und andere Phänomene gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit) benennen, Entmenschlichung dekonstruieren, Täter*innen-Perspektiven analysieren — und gleichzeitig für möglichst viele Menschen zugänglich sein, unabhängig von Vorwissen, Sprachkompetenz oder schulischer Bildung. Leichte Sprache, barrierefreie Gestaltung und diversitätssensible Formate sind dabei längst keine Randthemen mehr, sondern Teil des pädagogischen Selbstverständnisses vieler Einrichtungen.
Aber was geschieht mit einem ideologiekritischen Argument, wenn es vereinfacht wird? Registrieren Besucher*innen den Unterschied zwischen einer Aussage, die Antisemitismus beschreibt, und einer, die ihn analysiert und dekonstruiert? Führt sprachliche Reduktion zu tieferem Verstehen — oder erzeugt sie vor allem Zustimmung ohne Erkenntnis?
Die Fachtagung „Inklusiv und Ideologiekritisch?" nimmt diese Spannung ernst und macht sie zum Gegenstand. Sie bringt Theorie und Praxis ins Gespräch: Sprachwissenschaftliche und ideologietheoretische Perspektiven treffen auf konkrete Erfahrungen aus Ausstellungen, Schulprogrammen und digitalen Formaten. Empirische Befunde zur Rezeption von Gedenkstättenangeboten werden ebenso verhandelt wie die Frage, was multimodale Vermittlung — Podcast, Audiodeskription, Ausstellungsgestaltung — für den ideologiekritischen Anspruch bedeutet.
Das vollständige Tagungsprogramm wird noch bekannt gegeben. Am ersten Tagungstag beginnen wir um 11.30 mit Einlass, Registrierung und einem Lunch. Die Tagung endet am zweiten Tag um 14.30.
Wir bitten um Anmeldung bis zum 11. September 2026 über das untenstehende Onlineformular.
Für die Teilnahme wird ein Beitrag von 85 Euro erhoben, darin enthalten sind auch Getränke und Speisen. Für Arbeitssuchende und Studierende gibt es einen ermäßigten Beitrag von 45 Euro. Für Rückfragen zur Anmeldung wenden Sie sich gern an info@stiftung-ng.de.
Diese Fachtagung ist eine Kooperationsveranstaltung der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten mit der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz.