• Dachzeile Tafeln und Gedenksteine

Gedenkzeichen in Bergen-Belsen

Der Obelisk mit grünen Bäumen im Hintergrund
© Martin Bein – SnG

Auf dem ehemaligen Lagergelände sind heute zahlreiche Gedenksteine, Gedenktafeln und weitere Gedenkzeichen zu finden. Die ersten Gedenkzeichen wurden bereits 1945 von Überlebenden gesetzt.

Die Gedenkzeichen

Die ersten Gedenkzeichen auf dem ehemaligen Lagergelände wurden kurz nach der Befreiung von Überlebenden gesetzt. Auf den Massengräbern stellten sie persönliche Tafeln und Gedenksteine auf.

  • Der Grabstein von Margot und Anne Frank vor dem Obelisk
    Blick über den Gedenkstein für Margot und Anne Frank auf den Obelisken und die Inschriftenwand
  • Jüdisches Mahnmal bei Schnee
    Jüdisches Mahnmal auf dem Außengelände der Gedenksätte Bergen Belsen
  • Hochkreuz aus Holz auf dem ehemaligen Lagergelände
    Polnisches Hochkreuz auf dem Außengelände der Gedenkstätte Bergen Belsen

Geschichte der Gedenkzeichen

Diese wurden kurz darauf durch großformatige Schrifttafeln ergänzt, die von der britischen Armee kurz nach der Befreiung am ehemaligen Lagereingang aufgestellt worden waren. Sie informierten in englischer und deutscher Sprache über das Konzentrationslager. 

Im September 1945 errichteten jüdische Displaced Persons (DPs) anlässlich des ersten Kongresses der befreiten Jüdinnen:Juden in der britischen Zone ein provisorisches Mahnmal aus Holz. Für die meisten der jüdischen Überlebenden war Bergen-Belsen ein Ort der Trauer um die Toten und symbolisch mit damals aktuellen politischen Zielen verknüpft. So forderten Vertreter des Zentralkomitees auch bei der Einweihung des ersten steinernen Mahnmals zum Jahrestag der Befreiung im April 1946 auf dem ehemaligen Lagergelände die Möglichkeit einer Auswanderung nach Palästina und die Gründung eines jüdischen Staates.

Kurz nach der Befreiung des Konzentrationslagers hatte sich im DP-Camp außerdem ein polnisches Camp-Komitee gebildet, unter anderem mit dem Ziel, das Gedenken an die ermordeten (nichtjüdischen) Landsleute wachzuhalten. Am 2. November 1945 wurde in Anwesenheit von mehreren Tausend Überlebenden, Vertretern des Vatikans und der britischen Militärregierung ein Hochkreuz aus Holz eingeweiht.

Im November 1945 weihte die Sowjetische Militärmission im Eingangsbereich des Kriegsgefangenenfriedhofs Bergen-Belsen ein Denkmal für die sowjetischen Opfer des Kriegsgefangenenlagers Bergen-Belsen ein. 1950 wurde auf dem Gräberfeld der italienischen Militärinternierten ein provisorisches Denkmal von 1945 durch ein steinernes Ehrenmal mit Namenstafeln ersetzt. Nach Umbettung der Toten auf den zentralen Friedhof für italienische Kriegsopfer in Hamburg-Öjendorf wurde es 1958 abgetragen.

Persönliche Gedenksteine werden bis heute von Angehörigen in Abstimmung mit der Gedenkstätte auf dem ehemaligen Lagergelände aufgestellt. Neben der Funktion eines individuellen Trauerortes gewannen diese Steine zunehmend an übergeordneter Bedeutung, weil sie als Teile des Gedenkorts für Besuchende Rückschlüsse auf die Geschichte ermöglichen.

Bergen-Belsen: Lager, Mahnung, Gedenken

nach oben