Historisches Lagergelände besuchen
Das historische Lagergelände ist frei zugänglich.
Sie erreichen das historische Lagergelände auf zwei Wegen: Vom Parkplatz über den Anne-Frank-Platz oder über den steinernen Weg zwischen den beiden Gebäudeteilen des Dokumentationszentrums hindurch bis zu einer Plattform. Dort informieren zwei Reliefmodelle über die Bauten des Kriegsgefangenen- und Konzentrationslagers. Sie befinden sich auf dem ehemaligen Lagerkorridor.
Im Gelände finden Sie ein Informationssystem mit Erläuterungen: Entlang der Ränder des Korridors, parallel zur ehemaligen Hauptlagerstraße, werden mittels neun Reliefmodellen die einzelnen Lagerteile erläutert. Über das Gelände verteilt geben 17 Informationsstelen mit Kurztexten und Fotografien Auskunft über die Lagergeschichte und einzelne Gebäude.

Gräber
In 14 Massengräbern und 15 Einzelgräbern liegen die Opfer des KZ Bergen-Belsen begraben, die in den letzten Wochen vor und unmittelbar nach der Befreiung im Konzentrationslager umkamen. Als britische Truppen am 15. April 1945 im Lager eintrafen, fanden sie mehr als 10 000 unbestattete Leichen, die sie wegen Seuchengefahr in höchster Eile in Massengräbern auf dem Lagergelände beerdigten.
Die meisten dieser Gräber befinden sich im westlichen Teil des ehemaligen Lagerareals unweit des Obelisken und der Inschriftenwand. Ihre heutige Gestalt bekamen die Gräber in den 1960er Jahren mit einer Umfassung aus niedrigen Steinmauern aus Sandstein.
Etwa 600 Meter vom früheren Lagergeländeentfernt befindet sich der Friedhof des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Bergen-Belsen. Auf diesem wurden zwischen 1941 und 1945 etwa 20 000 Tote bestattet.
Mahnmale und Gedenkzeichen
Eine große Anzahl von Gedenkzeichen aus verschiedenen Jahren und in unterschiedlicher Form erinnert an die Toten des Konzentrationslagers. Bis heute werden immer wieder Gedenkzeichen ergänzt.
Das erste kollektive Zeichen, das jüdische Mahnmal wurde von Überlebenden im Herbst des Jahres 1945 gesetzt. Das ursprüngliche Zeichen aus Holz wurde zum ersten Befreiungstag durch ein steinernes ersetzt. In dessen Nähe finden sich zahlreiche individuelle Gedenksteine, darunter auch der Stein für die Schwestern Anne und Margot Frank. Überlebende aus Polen weihten im November 1945 zum katholischen Feiertag Allerseelen ein großes hölzernes Hochkreuz ein. Es wurde seitdem mehrmals erneuert.
Der weit sichtbare Obelisk und die Inschriftenwand wurden auf Veranlassung der britischen Militärverwaltung errichtet und im November 1952 eingeweiht. Die Mauer trägt heute Inschriften vieler Staaten, die Opfer in Bergen-Belsen zu beklagen hatten; zusätzlich Inschriften in Jiddisch, Hebräisch und Latein. 1981 wurde ein Text zum Gedenken an die ermordeten Sinti* hinzugefügt. Weitere Inschriften wurden in Form von Bronzetafeln ergänzt.
Als begehbares Mahnmal wurde im Jahre 2000 neben den Massengräbern, aber außerhalb der ehemaligen Lagergrenzen, das „Haus der Stille“ errichtet.

Freilegungen
An mehreren Stellen sind Reste von Lagerbauten, wie Fußböden und Fundamente, Befestigungen von Wegen, Löschwasserbecken oder Latrinenschächte im Gelände erhalten. Der größte Teil von ihnen befindet sich im östlichen Bereich des Lagerareals. Im landschaftlich gestalteten Westteil – nahe dem Obelisken – wurden bauliche Reste in der Nachkriegszeit dagegen beseitigt.
In den 1990er Jahren begannen niedersächsische Jugendverbände mit der Freilegung vorhandener Relikte. Nahe dem früheren Hauptlagereingang an dieser Straße haben sich unter anderem Grundmauern eines Desinfektionsgebäudes erhalten. Diese wurden im Jahr 2016 gesichert und neu befestigt. Freilegungsarbeiten an den Baracken 9 und 10 wurden 2024 abgeschlossen.
