• Dachzeile Wanderausstellung der Gedenkstätte Bergen-Belsen

Ein Tatort: Bergen-Belsen

Ausstellung: Ein Tatort: Bergen-Belsen
© Martin Bein – SnG

Die Ausstellung im Design für Alle befasst sich mit den Verantwortlichen für die Verbrechen im Kriegsgefangenenlager und KZ Bergen-Belsen.

Thema der Ausstellung

Während der Zeit des Nationalsozialismus 1933-1945 wurden Menschen verfolgt, in Lager verschleppt und ermordet. Bergen-Belsen war ein Kriegsgefangenenlager und ein Konzentrationslager. Hier starben mehr als 70 000 Menschen an Misshandlungen, Krankheiten und Hunger.

Zuständig für das Kriegsgefangenenlager war die Wehrmacht. Das Konzentrationslager wurde von der SS betrieben. Zahlreiche Verbrechen wurden in den Lagern begangen. So wurden die Gefangenen des Kriegsgefangenenlagers und die Häftlinge des Konzentrationslagers katastrophal versorgt. Anfangs hatten sie keine Unterkünfte. Sie bekamen wenig Essen und Trinken und konnten sich nicht richtig waschen. Krankheiten breiteten sich aus. Die Gefangenen und Häftlinge wurden zu schwerer Arbeit gezwungen. Viele wurden umgebracht.

An den Verbrechen war nicht nur das Personal der Lager beteiligt, sondern auch weitere staatliche und nichtstaatliche Institutionen. Die Zivilbevölkerung billigte und unterstützte die Verbrechen. Ein System aus Lagern, Personen und Einrichtungen ermöglichte die systematische Verfolgung und Ermordung. Das geschah in ganz Deutschland. Als ein Lager von vielen, die es im deutsch beherrschten Europa gab, steht Bergen-Belsen beispielhaft für zahlreiche Tatorte und für die Ermordung von Millionen Menschen.

Täterschaft und Tatbeteiligung sind heute in der deutschen Gesellschaft vergleichsweise wenig diskutierte Themenfelder. Eine Auseinandersetzung damit ist jedoch für das Begreifen der NS-Geschichte und für die Beschäftigung mit den begangenen Verbrechen unerlässlich. Aber auch weil heute rechtsextremistisches Gedankengut wieder zunimmt, ist es wichtig, sich damit zu beschäftigen: Mit den Tätern, ihrem Hintergrund und Motivationen und mit den beteiligten Institutionen. Die Geschichte von Bergen-Belsen zeigt, welche Folgen Rechtextremismus, Ausgrenzung und Antisemitismus haben können.

Die Ausstellung fragt:

  • Was sind die Gründe, solche Lager zu bauen und zu betreiben?
  • Wer waren die Täter und Täterinnen?
  • Wer hat bei den Verbrechen mitgemacht?
  • Wer war verantwortlich?
  • Was wollten die Täter und Täterinnen?
  • Was dachten die Täter und Täterinnen? Wovon waren sie überzeugt?
  • Warum hat die Zivilbevölkerung die Verbrechen unterstützt?
  • Welche Rolle hatten Institutionen?

Barrierefreiheit in der Ausstellung

Die Wanderausstellung „Ein Tatort: Bergen-Belsen“ richtet sich an alle, die mehr über die Verbrechen im Lager Bergen-Belsen erfahren wollen: Menschen aus der ganzen Gesellschaft und mit verschiedenen Bedürfnissen. Deswegen ist die Ausstellung im Design für Alle gestaltet. Wir haben die Ausstellung zuerst sechs Monate lang in der Gedenkstätte Bergen-Belsen gezeigt. Danach soll sie an viele verschiedene Orte wandern. 

Die Ausstellung besteht aus Möbeln und aus einer App. Auf den Möbeln werden Texte in Deutsch, Englisch und Deutscher Gebärdensprache (DGS) angeboten. In der App gibt es außerdem deutsche Leichte Sprache und Audiodeskriptionen. Audiodeskriptionen sind Beschreibungen von Bildern für Menschen, die schlecht sehen können oder blind sind. Zur Ausstellung gehören auch Tastmodelle, eine Medienstation und ein Glossar mit Erklärungen zu schwierigen Begriffen.

Damit alle Menschen die Ausstellung gut verstehen können, gibt es die Texte in mehreren Versionen.

Auf den Ausstellungsmöbeln gibt es:

  • Deutsche einfache Sprache zum Lesen
  • Englische einfache Sprache zum Lesen
  • Deutsche Gebärdensprache

In der App gibt es:

  • Deutsche Leichte Sprache zum Lesen und zum Hören
  • Deutsche Zusammenfassungen und Audiodeskriptionen zum Hören
  • Deutsche Zusammenfassungen zum Lesen
  • Englische Zusammenfassungen zum Lesen
  • Deutsche Gebärdensprache

Die App „Ein Tatort: Bergen-Belsen“ können Sie auf einem Smartphone oder Tablet installieren. Es gibt sie außerdem als Online-Version für die Nutzung im Browser. (Die Weblinks finden Sie unten). Wer den Ausstellungsort nicht aufsuchen kann, hat so die Möglichkeit, eine Zusammenfassung des Inhalts im Internet zu lesen oder zu hören. Zur Ausstellung gehören auch Leihgeräte mit der installierten App. Ein Ausstellungsort kann diese Geräte zur Ausleihe anbieten. Die Zahl der Leihgeräte ist begrenzt.

Kontakt für Aussteller*innen

Sie möchten die Ausstellung in Ihrer Einrichtung zeigen? Dann wenden Sie sich bitte an:

Technische Informationen

Flächenbedarf

Es werden mindestens 160 m2 Stellfläche und mindestens 2,50 m Raumhöhe benötigt.

Umfang

Die Ausstellung besteht aus je einem Intro- und Outro-Element sowie 7 Kapitel. Diese sind wie folgt aufbereitet: 3 große Säulen (Intro A, Intro B und Outro), 14 kleine Säulen, 7 davon mit DGS-Screen (Kapiteltexte), 14 Tische, 1 Medienstation mit Multitouchdisplay, LED-Beleuchtung an allen Modulen

Transportvolumen

Für den Transport wird mindestens ein 12t-Lkw gebraucht.

Auf-/Abbau
  • Dauer Aufbau: 2-3 Tage
  • Dauer Abbau: 2-3 Tage

Hinsichtlich der Zuwegung sollte sich der Ausstellungsraum nach Möglichkeit im Erdgeschoss befinden.

Kosten

In der Regel trägt der Entleiher die Kosten für den Transport zum Entleihungsort sowie die Kosten für den Auf- und Abbau. Eine Leihgebühr wird nicht erhoben. Die Ausstellung muss versichert werden; die Versicherungssumme beträgt 100.000 Euro. Eine ständige Aufsicht in der Ausstellung ist nicht erforderlich. Gerne beraten wir Sie bezüglich einer Einschätzung von möglichen Kosten.

Hier finden Sie die App zur Ausstellung

Begleitpublikation

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