Ansatzpunkt des Projekts
Die erste Projektphase entwickelte sich aus konkreten Anfragen der gewählten Berufsgruppen (z.B. von der Polizei, Verwaltungsjurist*innen und Verwaltungsangestellten) sowie aus bestehenden Kooperationen (z.B. mit der Niedersachsen Kaserne in der Nähe der Gedenkstätte Bergen-Belsen).
Die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten führte das Forschungs- und Bildungsprojekt „Recht ist, was dem Staat nützt?" von November 2021 bis Ende 2022 in Kooperation mit dem Sprecher*innenrat der Interessengemeinschaft der Gedenkstätten Niedersachsen durch.
Ziele und Aufbau des Projekts
Ziel war es, systemrelevanten Berufsgruppen für demokratisches Handeln im Umgang mit ihren Zielgruppen zu sensibilisieren und zu stärken durch einen Schwerpunkt auf historische Bildung. Da diese jedoch nicht ausreicht, um ein Bewusstsein für eigene Vorurteile zu bearbeiten, wurden drei relevante didaktische Felder zur Bekämpfung der Phänomene gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit miteinander in Verbindung gesetzt:
- Historisch-politische Bildung, die die Geschichte der eigenen Berufsgruppe im Nationalsozialismus reflektiert und in Beziehung zur Gegenwart setzt, als Grundlage für die Auseinandersetzung
- Workshops mit Methoden der Anti-Bias-Arbeit zur Reflexion eigener Vorurteilsstrukturen
- Begegnungspädagogik, um das Gelernte im Austausch mit Betroffenen zu vertiefen
Nachhaltige Effekte
Gedenkstätten in Niedersachsen sind gut untereinander vernetzt. Einige der Gedenkstätten bieten Fortbildungen für Berufsgruppen an. Die Materialien, die im Zuge des Projekts entwickelt wurden, wurden Gedenkstätten in Niedersachsen sowie bundesweit in Workshops und über eine Website digital zugängig gemacht. Eine hinreichende finanzielle und personelle Ausstattung ist Voraussetzung dafür, dass die Fortbildungen institutionalisiert verankert bleiben können.
Kontakt
Gefördert durch:
Das Projekt wird von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) gefördert.