Inhalte unserer Studientage
Studientage umfassen thematisch gegliederte Angebote von jeweils 6 Stunden. Neben einer Einführung finden in jedem Studientag ein Rundgang über das historische Außengelände und ein Ausstellungsbesuch statt.
In verschiedenen Erarbeitungs- und Reflexionsphasen werden Themen wiederholt und Wissensstände vertieft. Außerdem werden die Teilnehmer*innen ermutigt, sich über die gewonnenen Eindrücke auszutauschen und sie zu ihrer eigenen Lebenswelt sinnvoll in Beziehung zu setzen.
Alle Studientage thematisieren Aspekte der Geschichte des Ortes als Kontextgeschichte und setzen sich mit Motivationen und Handlungsspielräumen von Täter*innen, Tatbeteiligten und Bystandern, Perspektiven und Handlungsstrategien von Verfolgten, Kontinuitätslinien und Brüchen auseinander.
Orte zur Durchführung sind das historische Lagergelände sowohl des ehemaligen Haupt- oder Nebenlagers inklusive des Lernorts M.B.89 sowie in ausgewählten Formaten der Kriegsgefangenenfriedhof Hörsten. Die Orte sind abhängig vom thematischen Schwerpunkt zum Zeitpunkt der Buchung.
Studientag: Bergen-Belsen und Umgebung
Der Studientag widmet sich dem sozio-geographischen, institutionellen und ökonomischen Umfeld des Konzentrationslagers mit dem Ziel, die Basis und Voraussetzungen nationalsozialistischer Verbrechenskomplexe auf einer gesamtgesellschaftlichen Ebene verständlich zu machen.
Die Konstellation von Täter*innen und Verfolgten wird hierbei um Diskussionen um Tatbeteiligte und Bystander sowie ihre jeweiligen Motivationen und Handlungsspielräume ergänzt. Der Studientag soll Teilnehmer*innen befähigen, Handlungsstrategien und Verhaltensweisen zu verstehen, die den nationalsozialistischen Terror und das System der Konzentrationslager in seiner besonderen Ausprägung stützten, und sie ermutigen, diese vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Radikalisierungsprozesse kritisch zu hinterfragen.
Wieso schauten so viele Menschen zu? Wer profitierte (bspw. in Form von Zwangsarbeit oder Arbeitsaufträgen) zusätzlich von den Verbrechen? Weshalb beteiligten sich auch in den letzten Wochen und Monaten des Krieges noch zahlreiche Personen an den Verbrechen? Warum gab es nur wenige, die Widerstand geleistet haben? Konnten die Menschen wirklich nichts von den Verbrechen wissen? Beteiligten sie sich aus Angst oder existieren Gegenbeispiele, an denen sich ein größerer Handlungsspielraum der historischen Akteur*innen abzeichnen lässt?
Die Verdeutlichung einer engmaschigen gesellschaftlichen, ökonomischen und institutionellen Basis der Verbrechen soll dabei helfen, Fragen an die Geschichte in der Gegenwart zu reflektieren. Diese Fragen können dabei helfen, aktuelle Entwicklungen sowie subjektive Handlungsspielräume nachhaltig und kritisch zu hinterfragen und den Dialog über Geschichte als Möglichkeit der eigenen Positionierung in der Diskussion um ein gelingendes Miteinander und gesellschaftlicher Teilhabe zu erfahren.
- Kostenbeitrag
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45 € pro Gruppe bis 18 Personen (30 € ermäßigt für Gruppen aus Schule / Ausbildung / Hochschule)
- Dauer
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6 Stunden
